Jahresbericht 2025
Beratungsbedarf anhaltend hoch – durchschnittlich mehr als drei rechte und rassistische Angriffe pro Woche
Aus Sicht der Beratungsstelle response – Beratung für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt zeigt sich auch für Hessen auch im Jahr 2025 ein anhaltend hoher Beratungsbedarf: response nahm 109 neue Beratungsfälle auf. Dabei bezogen sich die Beratungen zunehmend auf Vorfälle oberhalb der strafrechtlich relevanten Schwelle – mehr als ein Drittel der neu aufgenommenen Fälle betraf entsprechende Vorfälle.
Auch die Angriffsstatistik von response verdeutlicht die Verstetigung rechter und rassistischer Gewalt in Hessen. Für das Jahr 2025 dokumentierte die Beratungsstelle 172 Angriffe. Das entspricht durchschnittlich mehr als drei Gewalttaten pro Woche und einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2024: 158 Angriffe).
Sowohl die Beratungsbilanz als auch die Angriffsstatistik zeigen: Rassismus bleibt das von Betroffenen am häufigsten genannte Tatmotiv. Besonders häufig wurden Anti-Schwarzer und antimuslimischer Rassismus benannt. Gleichzeitig ist weiterhin von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Auch CLAIM stellt in ihrem bundesweiten Lagebild für 2025 einen deutlichen Anstieg antimuslimisch motivierter Gewalt fest.
Wie bereits im Vorjahr standen auch 2025 Beratungsprozesse zu Vorfällen im unmittelbaren Wohnumfeld sowie in Schulen und anderen Ausbildungsstätten im Fokus. Deutlich zugenommen hat zudem die Zahl der Beratungen zu rechten, rassistischen und antisemitischen Vorfällen am Arbeitsplatz: Mit 16 Fällen hat sich ihre Anzahl gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.
Für Betroffene bedeuten diese Angriffe eine erhebliche Belastung. Die Folgen reichen von Gefühlen der Bedrohung und Ausgrenzung über massiven Stress und Angst bis hin zu anhaltender Verunsicherung in den verschiedensten Lebensbereichen.
Weitere Zahlen und Einordnungen zur Beratungsarbeit von response sowie die Angriffsstatistik für Hessen 2025 finden sich im vollständigen Jahresbericht.
Zum vollständigen Jahresbericht als pdf: Jahresbericht 2025
Pressekontakt: presse.response@frankfurt-evangelisch.de
Kassel: Gruppe Jugendlicher ruft extrem rechte Parolen und beschädigt Autos
In der Nacht rief eine Gruppe von Jugendlichen extrem rechte Parolen und beschädigte insgesamt vier geparkte Autos. Anwohner:innen hatten die Polizei verständigt, nachdem sie mehrfach einen nationalsozialistischen Ausruf gehört hatten.
Quelle
Presseportal
Dietzenbach (Offenbach): Rassistische Beleidigungen durch Unbekannten
Eine junge Frau wurde von einem Unbekannten unter anderem rassistisch beleidigt. Die Staatsschutzabteilung nahm Ermittlungen auf.
Quelle
Presseportal
Wolfhagen (Kassel): Rasierklinge hinter extrem rechtem Sticker versteckt
Hinter einem extrem rechten Sticker wurde eine Rasierklinge versteckt. Eine Person, die den Aufkleber entfernen wollte, zog sich damit eine Schnittverletzung zu. Es wurde ein Strafverfahren eingeleitet.
Quelle
HNA
Frankfurt am Main: Queerfeindliche Beleidigungen am IDAHOBITA+
Am IDAHOBITA+ – dem internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellenfeindlichkeit – sprachen Unbekannte in der Innenstadt am Frankfurter Engel queerfeindliche Beleidigungen gegenüber Teilnehmenden einer Gedenkveranstaltung aus.
Quelle
aidshilfefrankfurt
Darmstadt: Stiftungs-Briefkasten mit Nazi-Symbolen beschmiert
Der Briefkasten einer Stiftung, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einsetzt, wurde mit Hakenkreuzen beschmiert.
Quelle
hessenschauthin
Offenbach am Main: Rassistische Beschimpfungen bei Viertligaspiel
Nach Abpfiff kam es bei dem Regionalligaspiel zwischen den Stuttgarter Kickers und den Kickers Offenbach zu rassistischen Beleidigungen gegen einen der Stuttgarter Spieler. Beide Vereine verurteilten die Beschimpfungen. Die Polizei nahm Ermittlungen auf.
Quelle
Stuttgarter Kickers
Frankfurt am Main: Queerfeindliche Beleidigung in Innenstadt
Am Abend traten drei unbekannte Personen gegen die verschlossene Tür eines Lokals in der Schäfergasse. Nachdem eine Mitarbeiterin geöffnet hatte, wurde sowohl diese als auch weitere anwesende Personen von den Unbekannten queerfeindlich beleidigt.
Quelle
Presseportal
Sontra (Werra-Meißner-Kreis): Extrem rechte Parole und Körperverletzung
Eine Person rief in einem Lokal wiederholt und für alle weiteren Anwesenden eindeutig hörbar eine extrem rechte Grußformel – außerdem hob der Mann dazu den rechten Arm. Mehrere Menschen forderten den Mann auf, dies zu unterlassen. Während der darauffolgenden Auseinandersetzung schlug der Mann drei Personen mit der Faust ins Gesicht.
Quelle
HNA
Wiesbaden: Sexistische und rassistische Bedrohung und Beleidigung in Supermarkt
Am Morgen betrat ein Mann einen Supermarkt, und begann unvermittelt, herumzuschreien und andere Menschen zu belästigen. Die Filialleiterin erteilte ihm ein Hausverbot und forderte ihn zum Gehen auf. Daraufhin soll der Mann sie sexistisch beleidigt und einen Mitarbeitenden des Marktes bedroht und sich lautstark rassistisch geäußert haben. Vor dem Markt soll er auch noch einige Kinder grenzüberschreitend angesprochen haben.
Quelle
Presseportal
Stadtallendorf (Marburg-Biedenkopf): Zwei Betroffene rassistisch beleidigt und bedroht
Ein Mann beleidigte und bedrohte zwei Betroffene, die gerade in einer Garage tätig waren, rassistisch. Die Polizei nahm Ermittlungen auf wegen Beleidigung, Bedrohung und Volksverhetzung.
Quelle
Presseportal
Gießen: Unbekannter beleidigt Betroffene rassistisch
Ein Unbekannter rief rechte Parolen an einer Bushaltestelle und zeigte verbotene extrem rechte Gesten. Dann beleidigte er eine Frau rassistisch und spuckte zudem in ihre Richtung. Als er dann in einen Bus eingestiegen war, äußerte er sich weiter rassistisch.
Quelle
Presseportal
Büttelborn (Groß-Gerau): Regenbogenfahnen abgerissen
Unbekannte beschädigten die Seile von zwei Fahnenmasten vor dem Rathaus, urinierten auf die daran gehissten Regenbogenfahnen und drückten eine Zigarette auf einer von ihnen aus. Die Gemeinde, welche die Fahnen aus Solidarität anlässlich des CSD in Groß-Gerau angebracht hatte, erstattete Strafanzeige.
Quelle
Presseportal
Korbach (Waldeck-Frankenberg): Rassistische Beleidigung und Körperverletzung
An einer Bushaltestelle wurde die betroffene Person von einem Unbekannten rassistisch beleidigt. Als diese sich verbal verteidigte, verletzte der Unbekannte den Betroffenen mit einem Faustschlag gegen den Oberkörper. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen Beleidigung, Volksverhetzung und Körperverletzung auf.
Quelle
Presseportal
Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis): Antimuslimischer Angriff auf Gemeindemitarbeitende
Eine Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung wurde an ihrem Arbeitsplatz aus antimuslimisch-rassistischen Motiven angegriffen. Auch ihre berufliche Rolle nahmen die Täter:innen zum Anlass, sie u. a. digital zu attackieren.
Quelle
Hessenschauthin
Dieburg (Darmstadt-Dieburg): Verbreitung antimuslimischer Inhalte in Nachbarschaft
Über einen Messenger-Dienst verbreitet eine Person antimuslimische Inhalte und Hetze innerhalb einer Hausgemeinschaft. Die Betroffenen fühlen sich dadurch herabgesetzt und bedroht.
Quelle
Hessenschauthin
Jahresbericht 2024
In 2024 hat response 141 neue Beratungen aufgenommen – ein neuer Höchststand und ein Anstieg von über 30 Prozent im Vergleich zu 2023. Die Zahlen und Entwicklungen zeigen: Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt bleibt in Hessen ein drängendes Problem – besonders im Wohnumfeld und immer öfter im Bildungsbereich. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach spezialisierter Beratung und Unterstützung immer größer.
Einige zentrale Zahlen aus dem Bericht:
94 von 141 neuen Beratungen mit dem Schwerpunkt Rassismus
158 dokumentierte Angriffe, darunter 24 Kinder und Jugendliche als direkt Betroffene
24 neue Beratungen zu Vorfällen in der Nachbarschaft
20 neue Beratungen im Schul- und Ausbildungskontext
Rassismus war in 57 Prozent der gezählten Angriffe das Hauptmotiv
Im Bericht finden sich neben diesen und weiteren Zahlen auch Fallbeispiele, Schwerpunkte unserer Arbeit und eine Einordnung der Entwicklungen.
Zum vollständigen Jahresbericht als pdf: Jahresbericht 2024
Pressekontakt: presse.response@frankfurt-evangelisch.de
Hanau (Main-Kinzig-Kreis): Extrem rechte und rassistische Parolen an Mehrfamilienhaus
Unbekannte schmierten auf Klingelschilder, Briefkästen und die Haustür eines Mehrfamilienhauses nationalsozialistische sowie rassistische Symbole und Parolen. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen auf.
Quelle
GNZ
Wetterfeld (Gießen): Pride-Flagge verbrannt
In der Nacht rissen Unbekannte eine Pride-Flagge vom Gemeinschaftshaus ab und verbrannten sie.
Quelle
Hessenschauthin
Hanau (Main-Kinzig-Kreis): Rassistische Beschimpfungen an Tankstelle
Zwei unbekannte Personen beschimpften den Betroffenen an einer Tankstelle rassistisch. Zum Anlass hatten sie offenbar genommen, dass der Betroffene die Zapfsäule aus ihrer Sicht nicht schnell genug frei machte.
Quelle
Presseportal
Darmstadt: Antimuslimisch-rassistische Durchsage in Zug
In einem Regionalexpress auf der Fahrt von Mannheim nach Frankfurt kam es beim Halt in Darmstadt zu einem rassistischen Vorfall. Ein Zugbegleiter äußerte sich in zwei Durchsagen per Lautsprecher antimuslimisch und rassistisch. Eine anwesende Person machte den Vorfall öffentlich und forderte zusammen mit weiteren Fahrgästen Aufklärung durch die Deutsche Bahn. Diese gab bekannt, die Vorwürfe ernst zu nehmen, zu prüfen und entsprechende Konsequenzen zu ziehen.
Quelle
Hessenschau
Kassel: Kieferbruch nach massivem queerfeindlichen Angriff
Am Ufer des Bugasees, einem bekannten Cruising-Ort für queere Männer, wurde der Betroffene in einen Hinterhalt gelockt und unvermittelt massiv körperlich angegriffen. Drei Täter schlugen auf ihn ein und bedrohten den Betroffenen queerfeindlich. Dieser erlitt einen Kieferbruch sowie ein Schädel-Hirn-Trauma, außerdem verlor er zwischenzeitlich das Bewusstsein. Als er die Polizei alarmieren konnte, hatten sich die Täter bereits entfernt.
Quelle
Hessenschauthin; HNA
Cölbe (Marburg-Biedenkopf): Bei Spaziergang rassistisch angeschrien
Während eines Spaziergangs und einer anfänglichen Auseinandersetzung wegen der Leinenpflicht wurde die betroffene Person massiv rassistisch beleidigt. Unter anderem schrie die Aggressorin den Betroffenen auch an, dass er das Land verlassen solle.
Quelle
Hessenschauthin
Gießen: Arzt lässt Betroffenen in Notaufnahme warten
Ein Arzt ließ einen Mann mit Bluthochdruck absichtlich und aus rassistischen Motiven auf eine Behandlung in der Notaufnahme warten. Am Ende der Untersuchung schrie der Arzt den Betroffenen an.
Quelle
Hessenschauthin